Zweitägige Kollegiumsfortbildung

zu den Themen „KI-Nutzung im pädagogischen Alltag“ und „Prävention von Rassismus“

KI- in Unterricht und Unterrichtsplanung

KI-Referent Sascha Meyer mit Frau Harperscheidt
Arbeit mit neuen KI- Tools für den Unterricht

Am ersten Tag der Lehrer/innen-Fortbildung stand der Umgang mit. KI im Unterricht auf dem Programm. Der Referent Sascha Meyer, Medienberater der Bezirksregierung Köln für die Stadt Bonn, gab zunächst ein Impulsreferat über die Nutzung von generativer KI unter Lehrkräften. Laut Meyer fühlten sich 75% der Lehrkräfte in NRW nicht gut fortgebildet in diesem Bereich. Grund genug, dem Kollegium Beispiele für gute Prompts und den Einsatz von KI mitzugeben. Ferner wies Meyer auf Möglichkeiten der Differenzierung von Unterrichtsmaterial mittels KI in unterschiedlichen Fächern hin. Meyer erläuterte den Gebrauch von KI als echter „Inklusions-Maschine“, die echte Binnendifferenzierung auf mehreren Niveaustufen erlaube. Er zeigte, wie es gelingen kann, im Alltag von Lehrenden konkret Zeit zu sparen durch die Nutzung von KI bei der Unterrichtsvorbereitung und der Erstellung von Übungsmaterial, Klassenarbeiten und Tests. Im weiteren Verlauf des Tages bildete sich das Kollegium gegenseitig fort, in dem fachspezifische Best-Practice-Beispiele gezeigt wurden und konkrete Anwendungen von KI erarbeitet wurden. Bei strahlendem Sonnenwetter genossen es die Kollegen und Kolleginnen, sich auf der Terrasse und in den Räumlichkeiten des Hauses Marienhof über ihre Unterrichtserfahrungen mit KI auszutauschen. „Schade, dass wir nicht häufiger Zeit haben, uns mit Tipps zu helfen und voneinander zu lernen.“, lautete das positive Fazit eines Kollegen zum ersten pädagogischen Fortbildungstag.

Schule gegen Rassismus und Diskriminierung

D. Schupp, N Kempers u. Prof Dr. Laing

Der zweite pädagogische Tag widmete sich u.a. dem Verständnis von strukturellem Rassismus und dem Umgang der Gesellschaft damit. Dazu war als hochrangiger Experte Professor Dr. Laing mit zwei assistierenden Fachkräften eingeladen worden, die Workshops zu den Themen „Rassismus“ (Prof Dr. Laing), „Armut im Bildungskontext“ (Fr. Nicole Kemper) und „Projekte: Antidiskriminierung“ (Hr. David Schupp) anboten.

Professor Dr. Laing informierte über strukturellen Rassismus in Schule und Gesellschaft

Prof Dr. Laing im Dialog mit dem Kollegium

Professor Laing, u.a. Gründer und Geschäftsführer der Vielfaltsprojekte GmbH, beeindruckte durch seine offene, unterhaltsame und gleichzeitig wissenschaftliche Art das Kollegium fortzubilden. Anhand von vielen, teils persönlichen Beispielen, zeigte er die offenkundige Diskriminierung von Minoritäten in der deutschen Gesellschaft auf. Laing selbst weiß nur zu gut, wovon er redet: Er selbst als Person of Colour und seine Familie erfuhren oft genug rassistische Diskriminierung in unserem Land. Daher ist es nicht überraschend, dass Laing u.a. an einer Brennpunktschule mit migrantischen Jugendlichen in Frankfurt arbeitete und 10 Jahre lang Jugendfootballcoach war. Für seine Antirassismus-Arbeit bekam er die Auszeichnung mit dem German Diversity Award.

Workshops widmeten sich Praxisbeispielen aus Schulen

In seinem Vortrag sparte er nicht mit Kritik an der deutschen Rechtsprechung, dem Umgang der Politik mit der Verteilung von Bildungschancen und zeigte die Nachteile des deutschen Bildungswesens auf, das keine Chancengleichheit für marginalisierte Gruppen erlaube. Ferner verdeutlichte er sein Anliegen am Beispiel separierender sozialer Zustände in der Stadt Essen. Stets verwies Laing dabei auf wissenschaftliche Erkenntnisse und nannte konkrete Daten. Gleichzeitig gelang es ihm besonders in dem anschließenden Workshop, mit vielen Praxisbeispielen aus Schule und Gesellschaft Fragen über den Umgang mit marginalisierten Gruppen aufzuwerfen und kontrovers zu diskutieren. Dabei zeigte sich Prof Dr. Laing im anschließenden Workshop sehr interessiert an unserem spezifischen Umgang mit diskriminierenden Äußerungen am Amos und half konkrete Handlungsoptionen für das Kollegium zu reflektieren und zu verbessern. Immer wieder appellierte er eindringlich, sich des alltäglichen Rassismus in der Gesellschaft bewusst zu werden und eine Haltung gegen Rassismus einzunehmen.

Körperliche Selbstbestimmung und Rassismus im Fokus

Andacht von Frau Appel in der Kapelle

Im Workshop gab es darüber hinaus Übungen zur Selbstbestimmung, zum Umgang mit Grenzüberschreitungen und zur Bewusstwerdung von diskriminierenden Verhaltensweisen. „Ich hatte mich bisher nicht so intensiv mit dem Thema Rassismus befasst“, sagte eine Kollegin nach der Veranstaltung, „aber mein Blick auf Schule und Gesellschaft und den eigenen Umgang mit marginalisierten Gruppen hat sich deutlich geändert.“ Unser besonderer Dank gilt Frau Dr. Sennekamp und der Stiftung Christlicher Privatschulen, die unsere pädagogischen Tage finanziert haben.

Nils Klatte (am 15.03.26)

Fotos: N. Klatte, C. Weigeldt