Jeden Juni ist Pride Month, auch am Amos. Um daran teilzunehmen, haben wir vor einigen Jahren eine Pride-Flagge gestaltet, die seitdem jedes Jahr im Juni aufgehängt wird. So auch in diesem Jahr.
Zumindest für eine gewisse Zeit.
Denn irgendwann hing sie plötzlich nicht mehr dort.
Unsere Flagge hat sich nämlich weder spontan in Luft aufgelöst noch beschlossen, auf Weltreise zu gehen. Sie wurde gestohlen. Sowohl die SV als auch die Schulleitung finden das nicht gut. Wobei „nicht gut“ die Situation nur sehr unzureichend beschreibt. Treffender wäre wohl: eine bemerkenswert unnötige Aktion, die von einem eher überschaubaren Reifegrad zeugt und vermutlich nicht als Höhepunkt rationaler Entscheidungsfindung in die Schulgeschichte eingehen wird.
Nun blieb allerdings noch die Frage, wie wir mit dieser Situation umgehen sollten. Nichts tun: Keine Option. Eine neue Flagge wäre natürlich eine Möglichkeit gewesen. Allerdings wäre es wenig besonders gewesen, sie einfach eins zu eins zu ersetzen. Vor allem, weil dann immer noch die Gefahr bestanden hätte, dass sie erneut gestohlen wird. Schließlich stand unser Entschluss fest: eine größere Flagge an einen Ort, wo sie nur mit erheblichem Aufwand gestohlen oder beschädigt werden kann. Doch wo bekommt man so schnell eine Pride-Flagge in dieser Größe her? Man kann sie nur selbst machen. Glücklicherweise gibt es an unserer Schule drei besonders engagierte Menschen: Xiuqi Zhang aus der 9b sowie Mia Ennulat und Luana Petrehele aus der Q1. Mit Unterstützung von Herrn Umlauff gestalteten sie unsere neue Pride-Flagge. Am 17.06. konnten wir sie schließlich an ihrem neuen Platz am K-Trakt Treppenhaus aufhängen, wo sie sogar noch deutlich sichtbarer ist als ihre Vorgängerin.
Unsere alte Flagge ist zwar verschwunden. Geblieben sind jedoch die Werte, für die sie steht – und inzwischen auch eine deutlich größere Flagge.
Der Diebstahl war am Ende eine bemerkenswert aufwändige Methode, eine größere Pride-Flagge zu bewirken.
Laura Osterbrink für die SV
Fotos: Florian Seibold, Angela Harperscheidt, C. Weigeldt


