Besuch in Estland
Tagebuch der Amos-Gruppe im wunderschönen Tallinn
Nachdem die estnischen Schülerinnen und Schüler im April in Bonn zu Besuch waren, stand im September unser Rückbesuch in der estnischen Hauptstadt an. Unter Begleitung von Frau Lüth und Herrn Greiner reisten wir für eine Woche nach Tallinn. Dieses Tagebuch erzählt davon:
Freitag: Von Köln/Bonn ging es über München nach Tallinn. Am Flughafen Tallinn wurden wir von unseren Austauschpartnerinnen und -partnern sowie mehreren estnischen Lehrerinnen herzlich empfangen.
Samstag: Wir waren mit unseren Gastfamilien unterwegs, ich selbst war in der wunderschönen Altstadt von Tallinn. Sie ist größer als andere Altstädte, die ich aus Deutschland kenne. Es gibt viele historische Häuser und sie liegt an einem Berg, von dem man eine wundervolle Aussicht hat.
Sonntag: Zuerst besuchten wir ein VR-Brillen-Museum. Es war mega-lustig, durch so eine Brille zu schauen. Danach fuhr ich mit meiner Austauschpartnerin erst einmal 30 Minuten aus der Stadt in ein großes Schutzgebiet mit vielen kleinen Seen, in denen man schwimmen kann. Es ist sehr schön zu sehen, wie viel Natur es in Estland noch gibt.
Montag: Unsere Austauschpartnerinnen und -partner hatten Unterricht und wir hatten eine Stadtführung mit dem Geschichtslehrer der Kaarli Kool Schule. Dabei lernten wir viel Neues, u.a. dass viele Häuser in der Altstadt von Baltic-Deutschen gebaut wurden. Außerdem überraschte mich, dass die russische Alexander-Newski-Kathedrale direkt gegenüber dem estnischen Parlament steht. Laut unserem Stadtführer bestehen Spannungen im Land zwischen der russischen Bevölkerung und den Esten, angefacht durch den Krieg gegen die Ukraine. Da realisierten wir, wie nah doch Russland von hier ist.
Dienstag: Zunächst besuchten wir das estnische Parlament (Riigikogu). Dort bekamen wir eine kleine Führung, durften einer Plenardebatte lauschen und am Ende einem Politiker Fragen stellen. Es erstaunte mich, wie gut er sich mit den deutschen Politikern und Parteien auskannte. Nachmittags machten wir uns auf ins Open Air Museum. Dort gibt es viele Häuser aus unterschiedlichen Zeiten. Es war interessant zu sehen, wie sich die Bauweise verändert hat und wie die Menschen früher in Estland lebten. Von mittelalterlichen Bauernhäusern bis hin zu einem Plattenbau aus Zeiten der Sowjetunion war Vieles zu entdecken.
Mittwoch: Am Vormittag spielten wir mit Kindergartenkindern. Es war sehr lustig und ich freute mich darüber, wie offen sie auf uns zugingen. Dann fuhren wir zusammen mit unseren Austauschpartnerinnen und -partnern zum estnischen Kunst-Museum (KUMU). Nach einer Führung sprachen wir in kleinen Gruppen über die Gemeinsamkeiten von Estland und Deutschland. Eine davon ist überraschenderweise, dass viele Wörter gleich oder ähnlich sind, wie z.B. Auto, Brot oder Ananas.
Donnerstag: Am letzten Tag in Tallinn waren wir im KGB-Museum. Dieses besteht aus zwei kleinen Räumen auf dem Dach eines Hotels. Von dort aus wurden die Menschen vor etwa 50 Jahren vom sowjetischen Geheimdienst abgehört – beängstigend! Die Abhöranlagen waren alle noch dort und der sympathische Führer gab uns eine sehr lehrreiche Führung. Am Nachmittag waren wir im Büro der Justizkanzlerin, welches direkt in der Altstadt liegt. Den Abend ließen wir mit unseren Gastfamilien bei Picknick und Volleyballspiel am Strand ausklingen.
Freitag: Am Vormittag gingen wir in den Unterricht der Austauschpartnerinnen und -partner. Danach genossen wir unsere restliche Zeit in der Altstadt. Am Flughafen verabschiedeten wir uns schweren Herzens von unseren Austauschpartnerinnen und -partnern und es flossen viele Tränen. Wir hoffen ganz stark, dass wir uns noch öfter mit unseren estnischen Freundinnen und Freunden wiedersehen werden. Wir bedanken uns bei allen Kolleginnen und Kollegen, die uns durch ihre Organisation diese überragende Erfahrung ermöglichten.
Kleines Estnisch-Wörterbuch:
| Hallo! | Tere! |
| Schön, dass du da bist. | Tore et sa sein oled. |
| Wie geht es dir? | Kuidas sul läheb |
| Mir geht es gut/super/nicht so gut | Mul lä heb hästi/Ma ei tunne ena nil hesti |
| Bitte – Danke | Palun – Aitäh |
| Gute Nacht! – Schlaf gut! | Head ööd! – Maga hästi! |
| Tschüss! – Bis später/nachher! | Hüvesti! – Näeme kilgen! |
Von Cosima Weidmann (9b) und Adrian Greiner (Jan 2026)
Schüler/innen aus Tallinn zu Besuch in Bonn
17 Schüler und Schülerinnen der estnischen Schule Kaarlikool in Tallinn verbrachten eine ereignisreiche Austauschwoche bei Gastfamilien unserer Schüler/innen der Klassenstufe 8. Die Esten und Estinnen wurden begleitet von der Deutschlehrerin Oksana Suursaar und der Mentorin Triin Kuusk der Tallinner Stufe 8. Am Amos erwartete sie ein buntes Programm, an dem sowohl Gäste als auch gastgebende Achtklässler/innen gemeinsam teilnahmen. Der Austausch erfolgte im Rahmen des europäischen Austausch-Förderprogramms für Bildung „Erasmus +“.
Bei wunderbar warmen Frühlingswetter begeisterte am Freitag die Kirschblüte unsere Gäste und es standen ein Besuch im Beethovenhaus und eine Stadtrallye in der Bonner Innenstadt auf dem Programm. Nach dem Wochenende in den Gastfamilien, das viele Schüler/innen für einen Besuch in Köln oder im Phantasialand in Brühl nutzten, erlebten die estnischen Gastschüler und -schülerinnen einen typischen Schulmontag am Amos. Am Abend luden die Gasteltern zu einem reichhaltigen Buffett und gemütlichem Beisammensein in der Schulcafeteria ein.
Die weiteren Wochentage verbrachten die Austauschpartner/innen u.a. mit einem Besuch im ehemaligen Regierungsbunker in Ahrweiler und einem Workshop im Haus der Geschichte, um sich intensiv mit dem Thema „Demokratiebildung in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg“ zu beschäftigen. Am Mittwoch früh machten sich die Esten und Estinnen auf die Rückreise nach Tallinn und es gab die eine oder andere Abschiedsträne. Die Schüler/innen der Partnerschulen verstanden sich richtig gut – ein estnischer Schüler war so begeistert, dass er am liebsten gleich in Deutschland geblieben wäre. Auch in einigen Elternmails wurde uns bestätigt, dass die Erfahrungen mit unseren Austauschgästen sehr positiv waren.
Wir möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich und ganz herzlich bei allen gastgebenden Eltern und Lehrkräften dafür bedanken, dass Sie die Austauschgäste so herzlich und großzügig bei sich zuhause aufgenommen haben. Unterm Strich war es ein absolut gelungener Auftakt zu einer hoffentlich langen und intensiven Partnerschaft zwischen dem Amos-Comenius-Gymnasium und der Tallinner Schule Kaarlikool.
Von Nils Klatte (8.4.25)


