Donnerstag nach der 6. Stunde – schnell noch Essen und dann in den Schulgarten. Jede Woche trifft sich hier die Garten-AG. Was steht heute an? Pflanzen im Frühjahr, Gießen im Sommer, Ernten im Herbst, Pflegen im Winter. Können wir noch etwas für die Tiere machen? Einen Unterschlupf für Igel, eine Futterkugel für Vögel im Winter.
„Eigentlich kann man sogar immer etwas im Schulgarten ernten! Selbst bei Frost lässt der Feldsalat seine Blätter nicht hängen.“
Eine Kräuterspirale bildet das Zentrum des Schulgartens, umrahmt von zwei Hochbeeten für vielerlei Gemüse, bienenfreundlichen Rosen, Glockenblumen, Lichtnelken und Fetthenne, drei Pflaumen- und zwei Kirschbäumen sowie von Nisthilfen für Insekten.
„Auch einige Brennnesseln dürfen stehen bleiben, dort wo sie niemanden stören. Die Raupen der Schmetterlinge freuen sich darüber.“
Direkt um die Ecke liegt der Geräteschuppen. Dank Förderverein, Spenden der Postbank sowie des Vereins „SchuU“ (Sachausschuss Schöpfung und Umwelt) ist dieser gut ausgestattet, sodass der alltäglichen Gartenarbeit und spontanen Bau- und Bastelaktionen nichts im Weg steht. Herzlichen Dank dafür!
Artenvielfalt im Biotop am Amos: von der Erdkröte bis zur gehörnten Mauerbiene
Über die Jahre ist der Schulgarten am Amos, der sich direkt hinter dem Lehrerparkplatz versteckt, immer ein Stückchen größer und vielfältiger geworden. Mehrere Projekttage und unsere Arbeit in der Garten-AG haben ihn zu einem sehr wertvollen Biotop werden lassen, in dem wir nicht nur vielen Pflanzen ein Zuhause geben, sondern auch viele verschiedene Tiere beheimatet sind. Am Tag der offenen Tür konnten wir schon unsere „Hauskröte“ (Erdkröte) vorstellen, aber auch zuletzt haben wir einige Tiere gesichtet und es macht immer Spaß, herauszufinden, um welche Art genau es sich handelt. Neben Regenwürmern und Eidechsen, die wir schon mehrfach im Schulgarten beobachtet haben, waren das zuletzt eine Kreuzspinne, eine Hain-Schnirkelschnecke und eine Lindenschwärmer-Raupe, die man an dem auffällig gefärbten türkisfarbenen „Horn“ erkennen kann. Es ist immer wieder spannend, herauszufinden, um welche Art es sich genau handelt.
In der Bienenwand, die sich gegenüber dem Obi-Hof, hinter dem N-Trakt befindet und die wir 2019 an einem Projekttag mit der Deutschen Post AG gebaut haben, sind mittlerweile einige gehörnte Mauerbienen eingezogen. Es handelt sich hierbei um eine Wildbienenart, die solitär (also allein und nicht im Staat wie die Honigbiene) lebt. Wie der Name schon sagt, nisten sie besonders gerne in Ritzen von Mauern oder nehmen Nisthilfen wie eine Bienenwand an. Sie legen dort ihre Eier hinein. Sobald die Larven geschlüpft sind, fressen sie sich einen Nahrungsvorrat an und verpuppen sich. Aus den Puppen schlüpfen dann die Bienen, die allerdings nur 4-6 Wochen leben. Die gehörnte Mauerbiene ist zurzeit nicht akut bedroht, jedoch freuen wir uns sehr, eine Wildbienenart zu beheimaten, da der Insektenbestand in Deutschland leider weiter bedrohlich sinkt und daher alle Insekten, so auch alle Bienenarten, schützenswert sind. Wir sind gespannt, ob noch weitere Wildbienenarten nachfolgen werden.
Conrad Rohr und Julian Dohrn (7b) für die Garten-AG


