Wer bin ich? – Reformationsgottesdienst in der Johanneskirche widmet sich dem Verständnis unseres Selbst
Der diesjährige Reformationsgottesdienst unserer Schule beschäftigte sich mit dem Thema „Wer bin ich?“ Den roten Faden bildete die Beschäftigung mit der Verortung des eigenen Selbst. Zunächst eröffnete die Big Band mit dem schwungvollen Song „Moanin´“ die Reformationsfestlichkeit in der Johanneskirche. An der Orgel begleitete Adrian Greiner den Gottesdienst. In seiner Predigt wies der Dezernent für schulische Bildung im Landeskirchenamt der EKiR Dr. Sascha Flüchter daraufhin, dass sich das wahre Ich doch allzu oft hinter Fassaden und heutzutage hinter den im Internet von sich selbst geposteten Bildern verberge. Er fragte die versammelte Schülerschaft, die anwesenden Lehrer und Lehrerinnen und die erschienenen Eltern: „Wer bin ich, wenn die Fassade zu bröckeln beginnt?“
Diese Frage stellte sich ebenfalls der evangelische Religionskurs der Stufe 9a, der den Reformationsgottesdienst unter der Leitung von Lisa Appel so vortrefflich organisiert hatte. So trugen Rosa, Lena und Konstantin das Gedicht „Wer bin ich?“ von Dietrich Bonhoeffer vor, welches dessen innere Zerrissenheit mit der Frage dokumentiert: „Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen? Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß?“ Dieses sich selbst reflektierende Denken Bonhoeffers stellten Fynn und Luisa aus der Stufe EF heraus, indem sie ihre Bonhoeffer-Skulptur im Gottesdienst erläuterten. Der Gips-Schädel mit Bonhoeffers Antlitz lässt sich öffnen und hilft so Bonhoeffers „Gedanken und sein Selbstbild besser zu verstehen.“
Antwort auf die Suche nach dem eigenen Selbst bot der Reformationsgottesdienst auf vielfältige Weise: So hieß es in dem von Ann-Kathrin, Lena, Konstantin und Jonah vorgetragen Gebet: „Gott, du begleitest uns, wenn wir etwas wagen.“ In Bonhoeffers Gedicht selbst endet dieser mit den Zeilen: „Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!“ Und auch im Pop-Song „Time after Time“ von Cindy Lauper, gespielt von der schuleigenen Big Band unter Leitung von Christoph Müller mit Nicole Stivala als Solistin, gibt es kein Ich ohne die Unterstützung des Du als dessen Gegenüber: „If you fall, I will catch you. I will be waiting.“
An diesem Reformationstag, an dem viele das populäre Halloween-Fest feierten, bot der gemeinsame Schulgottesdienst viele Möglichkeiten, sich selbst zu erkennen und sein eigenes Selbstbild zu hinterfragen. An einem Tag, an dem sich viele Menschen gruselig verkleiden, nicht zuletzt, um ihren eigenen Ängsten die Stirn zu bieten, so erläuterte Dr. Flüchter, bliebe schlussendlich eine vertrauensvolle christliche Botschaft, die unser Ich stärke: „Glaube, Hoffnung und Liebe.“
von Nils Klatte (31.10.24)

