Poetry-Slam 2025

Starke Stimmen – Poetry-Slam 2025 am Amos

 

Wahre Liebe braucht Worte

Am siebten Februar veranstaltete der Deutsch-Projektkurs der Q2 den alljährlichen Poetry-Slam. Es wurden phänomenale Texte vorgetragen, manche mit vielen Worten und andere mit wenigen, denn „Wahre Liebe braucht keine Worte!“, so jedenfalls lautete das Motto des Abends. Oder brauchte es am Ende vielleicht doch viel mehr Worte? Inspiration hatte der Kurs auf einem langen, kreativen Literaturkurs-Wochenende in Begleitung von Herrn Mayerhofer und Frau Lüth im Wald gefunden, zwischen frostigen Morgendämmerungen und dem Qualm des Lagerfeuers. Die Poetry-Slammer/innen suchten dort ihre „Seelentiere“ oder statteten „Mutter Erde“ einen Besuch in der Gartenabteilung eines Baumarktes ab. Was dabei herausgekommen ist, konnte sich beim Poetry-Slam-Wettbewerb wie immer hören und sehen lassen. Performed wurde von zwölf Slammern und Slammerinnen in der fröhlich gestalteten Mensa des ACG.

Ela gewinnt die Goldene Ananas

Am Ende gewann Ela den Wettbewerb und das Preisgeld sowie die schon legendäre „Goldene Ananas“. Sie rührte das Publikum mit sehr authentischen, poetischen Texten über ihre eigene Identität zwischen zwei Kulturen, ein Erdbeben und einem Text über eine verlorene Beziehung zu einem geliebten Menschen. Wie so oft am Amos war die Qualität der vorgetragenen Beiträge hoch und alle Zuschauer/innen bemängelten, dass es lediglich eine Stimme pro Slam-Runde zu vergeben gab. Gerne hätte man viel mehr Beiträge mit einer Stimme gewürdigt.  Dabei war die Bandbreite der vorgetragenen Texte enorm und in diesem Jahr zudem sehr politisch: zwischen Geschichtsvergessenheit, ethnischer- und genderspezifischer Diskriminierung, Feminismus, Holocaust und migrantischer Erfahrung wechselten die Vorträge. Vielen war die innere Entrüstung anzumerken, die ihren Ausdruck in der sich steigernden Wut mancher Beiträge fand.

Alles nur gespielt

Aber es gab auch weniger laute Auftritte, bei denen die Slammer/innen über Currywurst-Crack, Bauhaus-Kakteen, kleine Zwerge und Kindheitserinnerungen fabulierten oder sich fragten „Was, wenn alles nur gespielt ist?“ Neben dieser unterhaltsamen literarischen Abendröte, verströmter Seelenqual und reichlich Applaus erwartete die Gäste stimmungsvoller Gesang, der von Merle und Luana mit samtweichen Stimmen vorgetragen und von Malte, Julius und Elena musikalisch untermalt wurde. Durch das Programm führten Sparta, Malte und Fidelia mit Charme, Lockerheit und ansteckend guter Laune. Großes Lob gebührt allen Mitwirkenden der Q2 (u.a. für Kulinarisches und Ästhetisches) für diesen aufwühlenden und künstlerisch bravourös gestalteten Abend, der Licht- und Tontechnik, Herrn Umlauff, sowie Herrn Mayerhofer für die künstlerische Leitung des Poetry-Slams 2025.

Nils Klatte (08.02.25)