Am AMOS starten wir mit Beginn der Oberstufe mit dem Fach Pädagogik. Hier beschäftigen wir uns unter anderem mit folgenden Fragen:
- Was macht den Menschen zum Menschen?
- Welche Arten von Erziehungsstilen gibt es?
- Wie lernen wir eigentlich?
- Wie entwickeln sich Kinder?
- Wie verändert sich Erziehung durch soziale Medien?
- Ist Erziehung überall und immer auf der Welt gleich?
- Welche Werteinstellungen beeinflussen Erziehung?
- Welche Funktionen hat Schule?
- Was ist Professionalisierung in pädagogischen Berufen?
Medienerziehung im Fach Pädagogik
Die Bedeutung von digitalen Medien hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Im Fach Pädagogik möchten wir am AMOS einen großen Beitrag zur Entwicklung der Medienkompetenz unserer Schüler*innen leisten. Neben der grundlegenden Förderung von Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen dieses Bereichs ist die Unterrichtsreihe „Erziehung durch Medien und Medienerziehung“ Teil des Curriculums.
Im Zuge dieser Reihe entwickelte der Q1-Kurs (Jahrgang: Abitur 2024) zum Beispiel eine Handreichung für Eltern mit Tipps zur Förderung von Medienerziehung von Kindern, welchen Sie hier herunterladen können.
Praxiserfahrungen von Schüler*innen des AMOS
Die Erfahrung zu machen, dass theoretisches Wissen auch im „echten Leben“ außerhalb der Schule eine Rolle spielt, kann Lernen stark unterstützen. Schüler*innen der EF-Kurse (Jahrgang: Abitur 2025) konnten beispielsweise ihr Theoriewissen zu Lerntheorien (Klassische Konditionierung, Operante Konditionierung und Modelllernen) an einem Beispiel aus dem Alltag überprüfen. Die Schüler*innen bereiteten ein Leitfadeninterview mit dem Leiter der Rettungshundestaffel des DRK aus Köln vor und führten dieses in der Schule durch. Auch der Rettungshund Sunny war bei dem Interview anwesend und zeigte Teile seines erlernten Könnens.
Aus dem Unterricht
Podcast zur psychosozialien Theorie von Erikson
Wir haben uns im Fach Pädagogik mit der Theorie von Erik H. Erikson auseinandergesetzt und seinem Modell der psychosozialen Entwicklung, was ziemlich spannend war, da in den von ihm beschriebenen 8 Entwicklungsstufen und den in ihnen akut werdenden Krisen der 5. Stufe – die Phase der Jugend – eine große Wichtigkeit zukommt. Somit waren und sind wir von der Theorie direkt Betroffene und konnten uns mal auf einer theoretischen Ebene mit den typischen Schwierigkeiten der Jugendphase auseinandersetzen. Erikson beschreibt die zentrale Krise des Jugenalters mit Hilfe der beiden Extrempole „Ich-Identität vs. Ich-Identitätsdiffusion“ oder, um es in der Form eines Aussagesatzes zu definieren:„Ich bin, was ich bin“. Der Jugendliche muss in dieser Phase aus all seinen vorherigen Lebenserfahrungen und seinem Wissen schöpfen, um eine eigene Identität zu entwickeln.
Begleitend zum Unterricht sollten wir als Kurs in Kleingruppen eine eigene Episode eines Jugend-Podcasts drehen, in der wir uns mit einer (fiktiven) Expertin über die psychosoziale Theorie von Erikson austauschen, einem Thema, mit dem sich wahrscheinlich viele von uns gerade identifizieren können: Die Krise, mit der wir alle
im Jugendalter konfrontiert sind, wenn wir herausfinden müssen, wer wir sind, wer wir sein wollen und wie wir von anderen wahrgenommen werden wollen. Mit fachtheoretischen Grundlagen und vielen Alltagsbeispielen versuchen wir, in dieser Folge zu einem besserem Verständnis eurer Selbst beizutragen. Unsere Folge ist übrigens in Anlehnung an die real existierende Podcast-Serie „Funky – wie wir fühlen“ (funky.de/podcast) entstanden.
Viel Spaß beim Anhören wünschen Maggy, Julia und Jette (Q1, Buc)
Rettungshunde – ein praktisches Beispiel zur Anwendung von Lerntheorien
Am 09.03.2023 bekamen die beiden EF-Pädagogikkurse Besuch von Gordon Braun und seinem Hund Sunny von Deutschen Roten Kreuz Köln (DRK).
Sunny, die an diesem Tag Geburtstag hatte, begrüßte uns alle freudig und lief munter durch die Tischreihen. Gordon erzählte uns von seiner Arbeit beim DRK, bei der er mit seinen beiden Hunden Sunny, einem Personenspürhund, und Pia, einem Flächen- und Trümmersuchhund, regelmäßig im Einsatz ist. Der Schwerpunkt lag während des Gesprächs auf der Ausbildung der Hunde, da dort das Modelllernen nach Bandura, die Klassische Konditionierung nach Pawlow sowie das Operante Konditionieren nach Skinner und Thorndike eine große Rolle spielen.
Die Lerntheorien haben wir bereits im Unterricht besprochen und konnten Gordon so auch gezielt Fragen stellen. Wir haben erfahren, dass die Ausbildung eines Rettungshundes etwa zwei bis drei Jahre dauert und im Alter von acht Wochen anfängt. Besonders dazu geeignet sind Jagd- und Arbeitshunde, so zum Beispiel Labradore oder Schäferhunde. Ein weiteres Kriterium bei der Auswahl der Hunde sind die Größe und das Gewicht des Tieres, da sie oft an eher schwer zugänglichen Orten arbeiten und vielleicht auch mal über Hindernisse gehoben werden müssen, so Gordon.
Wie bereits erwähnt, werden zur Ausbildung verschiedene Lerntheorien, die wir aus der Pädagogik kennen, angewendet. Dabei lernt der Hund das Aufspüren von Personen, das Verhalten in speziellen und gefährlichen Situationen und was er zu tun hat, wenn er die Person findet. Erstaunlich: bis ein Hund etwas so erlernt hat, dass er es auch richtig anwenden kann, braucht es etwa 1000 Wiederholungen!
Was im Training auch helfen kann ist, wenn andere Hunde mit der gleichen „Arbeit“ eine Vorbildfunktion einnehmen. Jedoch muss man auch aufpassen, was man dem Hund beibringt, denn Dinge, die einmal erlernt worden sind kann man dem Hund wenn überhaupt nur schwer wieder abgewöhnen.
Wenn der Hund arbeiten muss, trägt er immer ein spezielles Geschirr und/oder eine Kenndecke; dies hilft ihm auch dabei, die Arbeit und Freizeit zu trennen. Weiter erzählte Gordon, dass Hunde ja so wie wir Menschen auch altern und in einem Alter von normalerweise zwischen acht und zwölf Jahren in den Ruhestand gehen.
Wir hatten eine sehr informative und spannende Zeit mit Gordon und seinem Hund Sunny und freuen uns, dass wir sie bei uns an der Schule begrüßen durften.
Ein Bericht von Leonie Philippen, Luana, Malte Schramm, Timur Marx, Tim Wanli

