Musical „Hair“ – Premiere am Amos setzt neue Maßstäbe.

Endlich feierte das Musical „Hair“, einstudiert von Anette Niefindt-Umlauff (Inszenierung), Ian Umlauff (Technik/Ausstattung) und der Musik-Fachschaft Frau Koban-Müller, Frau Vincon, Herr Kost und Herr Müller am Amos Premiere. Und was für eine! Die Zuschauer riss es zum Ende des Stückes beinahe aus den Sitzen und der tosende Schlussapplaus mit minutenlanger Standing Ovation und zwei Zugaben war mehr als verdient. Seit Dezember arbeiteten die Musikensembles, die Theater- und die Technik-AG gemeinsam an einer neuen Aufführung des Musicals „Hair“, das 2014 schon einmal auf der Amos-Bühne Premiere hatte.
Ensembles und Soloparts
In dem hervorragend aufgelegten Ensemble ragten besonders die Soloauftritte der Hauptdarstellenden Albert Teves, Lenni Bühl und Nicole Stivala heraus. Aber auch alle anderen Solisten und Solistinnen überzeugten ihr Publikum mit Bühnenpräsenz und wunderbar gesungenen Songs. Ein solch großes Musical mit rund hundert Mitwirkenden auf die Bühne zu bringen, ist nicht zuletzt eine logistische Meisterleistung. Band, Chor, Unterstufenchor, Orchester und Bläser müssen nicht nur harmonieren, sondern auch gemeinsam proben, ganz zu schweigen von der Zusammenarbeit mit den Schauspielenden, besonders den Soloparts. Dafür gebührt der Fachschaft Musik, Frau Niefindt-Umlauff und allen Verantwortlichen ein großes Lob.
Vertonte Hippie Geschichte in Amerika – Let the sunshine in
Das Musical erzählt die Geschichte von Claude Bukowski. In New York City trifft Claude auf eine Gruppe von Hippies, deren Anführer Berger und seine Freundin Sheila sind. Die Hippies hoffen auf ein neues Zeitalter, in dem Freiheit, Liebe, Selbstbestimmung, Toleranz und Harmonie herrschen. Aggression, Repression, Krieg, Rassismus und Folter soll es nicht geben.
„Make love, not war!“ lautet eine Devise der Hippies. Mit Claudes Einberufung in den US-Kriegsdienst erfährt das Stück einen Wendepunkt. Der zweite Teil der Amos-Inszenierung, der u.a. Claudes Tod im Vietnam-Krieg beinhaltet, ist daher auch wesentlich getragener: Die im Hintergrund projizierten Kriegs- und Grabesbilder werden eindrucksvoll vom Klang des Orchesters und dem Flötenspiel der Solistin untermalt. Erst am Ende des Stückes nehmen die Songs wieder an Lebendigkeit und Fröhlichkeit zu und das eingängige „Let the sunshine in“ reflektiert den ungebrochenen Lebenswillen der Hippie-Gemeinschaft. Band, Orchester, Bläser und Chöre schmettern mit vollem Klangvolumen.
Denkanstoß, Darbietung und Dank
Neben Flower-Power und der Realität des Vietnamkriegs kann „Hair“ gerade heute wichtige Denkanstöße geben, damit sich besonders junge Menschen für eine friedlichere Welt, für Gemeinschaft und Menschenrechte einsetzen. Abgesehen von der politischen Botschaft bleibt aber vor allem eins: eine fantastische Aufführung, wunderbar aufgelegte Musikensembles, allen voran die kraftvolle Band, mutige und gesanglich absolut überzeugende Darsteller/innen, harmonische Chorstimmen und eine so gelungene inszenierte Darbietung, wie sie sicher kaum eine andere Schule zustande brächte.
Unser Dank gebührt allen Beteiligten und natürlich dem Förderverein, der mit der Anschaffung der Leinwände für die Projektion im Hintergrund, der Drehstrahler und der Nackenbügelmikrofone solche Leistungen mitermöglicht. Diese grandiose Aufführung wird nicht nur den hundert Mitwirkenden, sondern gewiss jeder/m der Zuschauer/innen lange in guter Erinnerung bleiben! (Bericht von Nils Klatte)


