Verantwortliches Handeln
„Wie gestaltet sich die Erde, auf der wir leben – lokal, regional und global?“ Diese Frage stellen wir im Erdkundeunterricht und fragen nach naturgeographischen, wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Aspekten. Damit liefert der Erdkundeunterricht einen wesentlichen Beitrag zur politischen Bildung. Darüber hinaus vermittelt er Techniken, die die Grundlage für das Lernen in Studium und Beruf bilden. Fundierte Fachkenntnisse sind die Voraussetzung für eigene Bewertungen und Haltungen wie auch für verantwortliches Handeln. Dies wollen wir fordern und fördern mit Unterrichtsthemen wie „Abbau von Disparitäten“, „Nachhaltiges Wirtschaften“ und „Gemeinsames Leben in der einen Welt“. So liefert der Geographieunterricht einen Beitrag für die Entwicklung zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern.
Viele Stunden Geografie
Das Fach Geographie hat am Amos-Comenius-Gymnasium einen besonderen Stellenwert. Dieser zeigt sich u.a. in der Stundentafel: Geographie wird in der Sekundarstufe I mit acht Stunden unterrichtet, jeweils zwei Stunden in den Jahrgangsstufen 5, 6, 8 und 9. In der gymnasialen Oberstufe wählen viele Schüler*innen Erdkunde als Grund- oder Leistungskurs, teils kooperieren wir mit dem benachbarten Konrad-Adenauer Gymnasium.
Lernen mit Modellen
Werkstattmaterialien ermöglichen es, geographische Raumverhältnisse im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen. Unsere Höhenschichten-Modelle, Blanko-Globen sowie das Tellurium machen den Raum dreidimensional erfahrbar. Landschaftsmodelle verdeutlichen, wie sich Geofaktoren als Karte abbilden lassen. Die Materialien stehen für die Unterstufe im halben Klassensatz zur Verfügung und ermöglichen jeder Schülerin und jedem Schüler praktisches Ausprobieren und Lernen mit allen Sinnen.
Lebenswirklichkeit bei Exkursionen
Exkursionen bieten einen handlungsorientierten Zugang zu geographischen Themen. Hier haben wir die Möglichkeit, die Lebenswirklichkeit mit dem theoretischen Fachunterricht zu verknüpfen, z.B. mit dem Besuch eines biologischen Landwirtschaftsbetriebs in Klasse 5, durch eine Exkursion ins Ruhrgebiet zum Thema Strukturwandel oder durch eine Exkursion nach Köln, um die historische Stadtentwicklung nachzuvollziehen.
Handeln im geographischen Sinn
Entwicklungsgeographischen Inhalte finden die Schüler*innen auch außerhalb des Erdkundeunterrichts. Von großer Bedeutung ist hier der Nord-Süd-Kreis, der eng mit einer Hilfsorganisation im Senegal zusammenarbeitet. Hier können Schüler*innen sich intensiv mit den Lebensumständen der Menschen im Senegal beschäftigen. Es wird ihnen ein aktives Handlungsfeld geboten, um die Lebenssituation von Menschen in Entwicklungsländern zu verbessern.
Das ACG als Fair Trade School bietet die Möglichkeit, vielfältige Aktionen zu organisieren und durchzuführen. Schüler*innen können sich hier aktiv und verantwortungsvoll für eine gerechtere Welt einsetzen. Bewusstsein für nachhaltige und faire Entwicklung wird so geschaffen.
Aus dem Unterricht
Wo früher Kohle war:
Die Erdkundekurse der Q1 auf Exkursion im Ruhrgebiet
Am 27. Januar 2026 machten sich alle Erdkundekurse der Q1 auf den Weg ins Ruhrgebiet, um den Strukturwandel einer der bedeutendsten Industrieregionen Deutschlands vor Ort zu erkunden. Begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler von Frau Goertz, Frau Harperscheidt, Herrn Ziegler und Herrn Dechau. Treffpunkt war früh am Morgen um 7:45 Uhr am Amos in Bonn, die Rückkehr erfolgte erst gegen 18:15 Uhr – ein langer, aber ereignisreicher Tag.
Der erste Halt führte die Gruppe nach Essen, wo zwei Guides des Regionalverbands Ruhr auf die Kurse warteten. Nach der Abholung teilten sich die Schülerinnen und Schüler in zwei Gruppen, um das Gelände der Zeche Zollverein in Essen zu erkunden, der größten Zeche Deutschlands und einem Symbol der Montanindustrie. Bei einem Rundgang über das Gelände erhielten die Schülerinnen und Schüler zahlreiche Erklärungen, unterstützt durch historische Bilder, die zeigen wie prägend der Steinkohlebergbau für das Ruhrgebiet war. Die Zeche Zollverein gilt als größte Steinkohlenzeche Deutschlands und wurde 1986 geschlossen. Besonders bemerkenswert ist, dass sie heute zum UNESCO-Welterbe gehört. Ausschlaggebend dafür sind vor allem ihre architektonische Bedeutung und ihr nahezu vollständig erhaltener Zustand. Die Anlage gilt als „schönste Zeche der Welt“ und steht exemplarisch für die Industriearchitektur der Moderne.
Auf dem Bild ist das zentrale Bauwerk, der sogenannte Doppelbock-Förderturm, zu sehen. Mit seiner klaren, symmetrischen Stahlkonstruktion wurde er zum Wahrzeichen der Zeche und steht bis heute für Effizienz und Funktionalität der damaligen Montanindustrie. Von hier aus wurde die Kohle aus großer Tiefe gefördert und weiterverarbeitet. Der Kohlebunker, der früher bis zu dreimal täglich befüllt wurde, verdeutlichte die enorme Menge an gefördertem Rohstoff. Die Zeche vereinte Grubenfeld, Förderturm und Kohlenwäsche an einem Ort und ist ein typisches Beispiel für die frühere Monostruktur des Ruhrgebiets, die stark von begrenzten Ressourcen abhängig war.
„Es ist krass zu sehen, wie riesig die Anlagen sind – und dass hier früher täglich tausende Menschen gearbeitet haben“, meinte Thea beeindruckt.
Nach dem Besuch ging es weiter nach Oberhausen zum Centro, wo eine Mittagspause eingelegt wurde. Auch hier wurde der Strukturwandel sichtbar: Wo früher Industrie dominierte, befindet sich heute eines der größten Einkaufs- und Freizeitzentren Europas „Man merkt gar nicht mehr, dass hier früher Schwerindustrie war“, stellte Maya fest, „alles ist auf Konsum und Freizeit ausgelegt.“
Ein weiteres Thema der Exkursion war die Renaturierung von Landschaften, unter anderem am Beispiel des Rhein-Herne-Kanals und der Emscher, die früher stark verschmutzt war und heute schrittweise wieder in einen natürlichen Zustand zurückgeführt wird.
Auch der Landschaftspark Duisburg-Nord wurde besucht– ein ehemaliges Industriegelände, das heute als Erholungs- und Freizeitort dient. Auf dem Bild ist ein Hochofen zu sehen, der früher zur Roheisenproduktion genutzt wurde und besonders beeindruckend aussieht. Heute kann man ihn über Treppen besteigen und hat von oben einen weiten Blick über das Ruhrgebiet.
„Ich finde es gut, dass man die alten Industrieanlagen nicht abgerissen hat, sondern ihnen eine neue Bedeutung gibt“, sagte Carla. Ob Open-Air-Kino oder Kletteranlagen – die Umnutzung zeigt, wie aus industriellem Erbe neue Chancen entstehen können.
Die Exkursion macht deutlich, dass der Strukturwandel im Ruhrgebiet nicht nur ein theoretisches Thema aus dem Unterricht ist, sondern bis heute das Stadtbild, die Wirtschaft und das Leben der Menschen prägt. Für viele war es ein eindrucksvoller Tag, der das Fach Geographie und die Gegenwart auf besondere Weise miteinander verband.
Emilia Keller und Luise Paul

Wie weit darf Protest gehen? Ein Podcast der 8b

Wir, die Klasse 8b, haben zu Beginn des jetzt endenden Schuljahr an einem Wettbewerb von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) teilgenommen. Im Unterricht haben wir die 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung, welche 2015 in New York beschlossen und bis 2030 erreicht sein sollen, besprochen.
Die Möglichkeit zur Teilnahme gab Frau Harperscheidt uns im Erdkundeunterricht, anstelle des üblichen Stoffes. Wir hatten 3 mögliche Themen zur Auswahl, von denen wir uns für “Ziviler Ungehorsam – Wie weit darf Protest gehen?” entschieden haben. Es ging bei diesem Thema vor allem um den Klimaschutz, und wie weit man andere Menschen in ihrem Handeln einschränken darf um auf das Thema aufmerksam zu machen.
Die Teilaufgaben zur Recherche erledigten wir in Gruppenarbeiten. Die letzte Aufgabe, auf die wir hingearbeitet hatten, war ein Podcast, den wir zum Schluss auch fertig stellten. Für den Podcast interviewten wir verschiedene Politiker und Personen, die sich in ihrem Job mit politischen Themen auseinandersetzen.
Die Abgabefrist endete Ende November, sodass wir viel zu tun hatten. Und Anfang März bekamen wir von Frau Harperscheidt mitgeteilt, dass wir einen Preis gewonnen hatten: eine Urkunde und ein Preisgeld im Wert von 250 Euro! Dieser Betrag kam in die Klassenkasse.
Wir bedanken uns nochmal herzlich bei Herrn Katzidis, Herrn Steinbrück, Herrn von Hein, Herrn Specht, unserer Schülersprecherin, Henriette Pampe, und Luca Marie Stueber und Malte Braun von der Grünen Jugend Köln für das Beantworten unserer vielen Fragen.
Ein ganz besonderer Dank geht noch an Kimon Kirschbin für die Hilfe beim Aufnehmen und Schneiden unseres Podcasts und an unsere Erdkundelehrerin Frau Harperscheidt.
Exkursion des LK Q1 nach Düsseldorf – Stadtentwicklung
Im März machte sich der Erdkunde Leistungskurs der Q1 von Frau Harperscheidt auf den Weg nach Düsseldorf, um ein Stadtplanungsprojekt anzugehen. Am Düsseldorfer Hauptbahnhof wurde der Kurs in fünf Gruppen aufgeteilt und losgeschickt, um bestimmte Düsseldorfer Straßen zu kartieren, unter anderem die Königsallee. Die Gruppen zeichneten die Straßen und die Nutzung per Code wurde in die Karte eingetragen.
Wozu das Ganze? Das Projekt bietet den Schülern und Schülerinnen des Kurses einen Einblick in reale Stadtplanung, es gehört zum Oberthema des Kurses: „Stadtentwicklung und -planung“. Die Kartierung stellt den Stadtkern von Düsseldorf dar und ist so die Grundlage für das aktuelle Projekt, der Planung einer fiktiven Idealstadt. Mittags trafen sich die Gruppen am Landtag in Düsseldorf wieder. Nach dem obligatorischen Security Check am Düsseldorfer Landtag startete das Schülerprogramm, bei dem eine fiktive Debatte zu einem Gesetzentwurf geführt wurde. Es ging um eine mögliche Absenkung des Alters für die Zulassung zur Bundestagswahl in Deutschland. Geeinigt hatte man sich letzten Endes auf eine Senkung des Alters von 18 auf 16 Jahre. Anschließend gab es eine Fragestunde mit dem Landtagsabgeordneten Ralf Nolten, CDU. Der Tag erbrachte viele Erkenntnisse, die uns bei der Projektarbeit weiterhelfen können.
Vincent George, Stufe Q1
Erdkunde-Lk unterwegs:
Mit Tatkraft an der Ahr

Am 13. September 2021 sind wir, der Erdkunde LK (Q2) von Frau Goertz, mit fahrtechnischer Unterstützung einiger Eltern in den Ort Mayschoß im Ahrtal gefahren. Dort halfen wir einem Winzer auf seinen Weinbergen, der durch die Flutkatastrophe im Juli vielfältig betroffen ist. Einerseits entfernten wir in einem nahe der Ahr gelegenen Weinberg verschmutzte, nicht mehr essbare Weintrauben und warfen sie zu Boden. Somit ist gewährleistet, dass diese nicht weiterverarbeitet werden und eine Entschädigung gezahlt wird. Andererseits lag unsere Aufgabe darin, auf einem höher gelegenen Weinberg noch essbare Trauben von umliegenden Weinblättern zu befreien, sodass diese nicht zu schimmeln beginnen.
Wir waren sehr berührt von den Auswirkungen der Flutkatastrophe, die in echt noch einmal ganz anders auf uns gewirkt haben als in den Medien. Gleichzeitig waren wir sehr beeindruckt von der Gastfreundlichkeit und freuten uns darüber, dem Winzer helfen zu können. Alles in allem ein produktiver Tag!
TIPP: In nächster Zeit wird ein Artikel sowie eine Verlinkung zu einem Film im Amos aktuell erscheinen, in dem wir genauer von unserer Exkursion berichten werden.
von Vivian Jahn und Joudi Osari Omo (Q2)
Exkursion zum Biolandhof Luhmer – ein Kurs stellt Fragen
Was ist der Unterschied zwischen biologischer und konventioneller Landwirtschaft? Und was für Auswirkungen hat der Klimawandel eigentlich auf die Landwirtschaft? Diesen und weiteren Fragen sind wir, der Erdkunde-LK aus der Q1 mit Frau Goertz, am Mittwoch (02.08.2020) auf unserer Exkursion zum Biolandhof Luhmer in Niederbachem, nachgegangenen. Da wir bei unserer Exkursion glücklicherweise einen warmen, sonnigen Spätsommertag erwischt haben, ist der Großteil des Kurses mit dem Fahrrad oder sogar zu Fuß angereist.
Dort angekommen wurden wir vom Altbauern Luhmer, der seinen Hof vor einigen Jahren an seinen Sohn übergeben hat, in Empfang genommen und herumgeführt. An den unterschiedlichen Standorten wurden wir über verschiedene Themen der Landwirtschaft informiert und konnten Herrn Luhmer selber Fragen stellen.
Rinder, Hühner und viel Grün
Familie Luhmer bewirtschaftet eine Fläche von 89 ha, von denen ein Teil Privatbesitz und der Rest gepachtet sind. Auf dieser Fläche wird sowohl Viehhaltung auf Grünland als auch Ackerbau als Futterbau betrieben. Zwei Hektar werden außerdem von einem anderen Bauern zum Gemüseanbau genutzt. Bei dem Vieh, welches die Familie hält, handelt sich um ungefähr 300 Hühner, die freilaufend auf Grünland in einem Hühnermobil leben, und die vom Aussterben bedrohten Glanrinder. Das Fleisch sowie das Gemüse werden ausschließlich auf dem Hof verkauft.
Klimawandel vor Ort?
Nach einer kurzen Trinkpause mit hauseigener Apfelschorle gingen wir zu einer Grünlandparzelle, auf der Luzerne angebaut wird und wo Herr Luhmer uns etwas über den Boden erklärte. Dazu entnahm er vor Ort eine Bodenprobe, anhand welcher man die verschiedenen Bodenschichten erkennen konnte. Um die Bodengüte herauszufinden und den Boden in seiner Struktur zu untersuchen, muss Herr Luhmer regelmäßig Bodenproben machen. Dabei merkt auch er, wie der Boden durch den Klimawandel immer trockener wird und das Wasser nicht mehr so tief versickert. Deshalb ist es besonders wichtig, dass sich im Boden feine Kapillare, kleine „Wasserleitungen“ bilden, die den Boden gegenüber Nässe, aber besonders Trockenheit toleranter machen. Dazu lässt der Bauer einige Grünland-Pflanzen, zunehmend Luzerne, über einen Zeitraum von zwei Jahren stehen, sodass Pflanzen möglichst lange Wurzeln schlagen und das Grundwasser an die oberen Bodenschichten leiten können.
Was tun?
Neben der Bodengüte ist für eine gute landwirtschaftliche Nutzung außerdem die Bodenpflege essenziell, welche sich zwischen der biologischen und konventionellen Landwirtschaft stark unterscheidet. Durch den betriebenen Bodenschutz wird das Bodenleben stark gefördert, sodass Mikroorganismen die bodeneigenen Kreisläufe aufrecht erhalten. Statt umweltschädliche Düngemittel zu verwenden, macht sich die ökologische Landwirtschaft die Kreisläufe der Natur zunutze.
Mit Antworten nach Hause?!
Unser Leistungskurs hat durch den Unterrichtsgang jede Menge spannende Fakten über die Landwirtschaft erfahren und uns wurde wieder einmal vor Augen geführt, dass der Klimawandel jetzt schon sichtbare Auswirkungen hat. Besonders wurde uns deutlich, was es eigentlich erfordert, Landwirtschaft zu betreiben und welch großen Einfluss sie auf unser Leben hat. Im Nachhinein haben wir uns auch im Freundes- und Familienkreis über den Besuch ausgetauscht und noch einige interessante Gespräche über die Exkursion geführt.



So lassen sich die feinen Wurzeln und die von ihnen gebildeten Kapillaren erkennen. Die entnommene Bodenprobe wird auf einer speziellen Halterung präsentiert.
So lassen sich die feinen Wurzeln und die von ihnen gebildeten Kapillaren erkennen.

Alina Drescher und Vivian Jahn
Fotos: Alina Drescher

