Liebe Leserinnen, liebe Leser und alle dazwischen und außerhalb,
haben Sie sich jemals gefragt, woher unsere Individualität und Persönlichkeit kommen? Wie wir Gefühle empfinden, Entscheidungen treffen oder selbst einfache Dinge wie Gehen oder Sehen ausführen? Diese Fragen begannen mich vor etwa einem halben Jahr zu beschäftigen, als wir im Biologieunterricht das Thema Neurologie behandelten.
Die Neurologie, oft als „Lehre der Nerven“ bezeichnet, erforscht hauptsächlich das zentrale und periphere Nervensystem – besser bekannt als Gehirn und Rückenmark. Mein Interesse an diesem Thema wuchs, und glücklicherweise erkannte auch meine Biologielehrerin, Frau Bauer, meine Faszination. Sie schlug vor, dass ich an der Deutschen Neurowissenschaften-Olympiade (DNO) teilnehmen könnte. Neugierig, wie ich bin, willigte ich ein.
Kurz darauf wurden mir die Teilnahmebedingungen klar: Alle Teilnehmenden, mich eingeschlossen, mussten sich umfangreiches Wissen über Neurowissenschaften aneignen – und zwar auf Englisch, aus einem speziell für die DNO entwickelten „Study Guide“. Die Druckkosten dafür wurden mir freundlicherweise vom Förderverein erstattet, und an dieser Stelle möchte ich dem Förderverein herzlich danken.
Nach vier Monaten intensiver Vorbereitung war es am 9. März 2024 endlich so weit: Gemeinsam mit 40 weiteren Teilnehmenden traf ich gegen 10:30 Uhr im Max-Planck-Institut in Bonn ein. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Organisatoren startete der erste Teil des mehrstündigen Wettbewerbs: ein 90-minütiges Multiple-Choice-Quiz über Neurowissenschaften – von der Synapse bis hin zu circadianen Rhythmen. In der anschließenden Pause bot sich die Gelegenheit, sich mit anderen Teilnehmenden auszutauschen und neue Bekanntschaften zu knüpfen.
Der nächste Prüfungsteil drehte sich rund um die Neuroanatomie: Es galt, in nur einer Minute die jeweilige Hirnregion zu benennen und ihre wichtigsten Funktionen zu erklären – an insgesamt 40 verschiedenen Stationen. Der für mich spannendste Teil bestand jedoch darin, mithilfe eines Videos und einer Patientenakte die Krankheit zu diagnostizieren, an der der vorgestellte Patient litt. 
Am Ende des Tages fand eine Podiumsdiskussion mit drei Neurowissenschaftlerinnen und Neurowissenschaftlern statt, bei der zahlreiche interessante Fragen gestellt und diskutiert wurden. Zum Abschluss wurden die ersten drei Plätze gekürt – leider gehörte ich nicht dazu. Doch allein die Teilnahme und der Austausch mit den anderen waren für mich Belohnung genug.
Mein besonderer Dank gilt Frau Bauer, die mein Interesse erkannt, mich gefördert und mir bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat. Allen, die Lust haben, Zeit und Arbeit in einen tiefen Einblick in die Welt der Neurobiologie zu investieren, möchte ich eine klare Teilnahmeempfehlung aussprechen.
Julius Fuhrmann

