Seit 2003 arbeitet der Nord-Süd-Kreis mit der senegalesischen Nichtregierungs-organisation ENDA ProNat und dem deutschen Weltfriedensdienst (wfd) zusammen. Inhalt dieser Zusammenarbeit ist die Stärkung von nachhaltiger Landwirtschaft, Ernährungssouveränität und Ressourcenschutz. Kleinbauern vor Ort erhalten Fortbildungen über ökologisch und wirtschaftlich nachhaltige Anbautechniken und die Vermarktung ihrer Ernten. In diesem Rahmen unterhält der Nord-Süd-Kreis Kontakte zu Schulen nahe Guédé im Norden des Senegal.
Die Situation im Senegal
Große Teile des westafrikanischen Landes Senegal liegen in der Sahelzone. Das Land gilt als politisch stabil. Trotzdem müssen fast zwei Drittel der Bevölkerung mit weniger als zwei US-Dollar pro Tag auskommen. Die meisten Menschen leben von Landwirtschaft mit geringer Produktivität. Jeder fünfte Senegalese ist unter- oder fehlernährt. Seit der Kolonialzeit stören Monokulturen sowie intensiver Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger das ökologische Gleichgewicht im Land. Zusätzlich bedrohen der Landraub durch internationale Konzerne, hoch-subventionierte Agrarexporte aus Europa und der Klimawandel mit zunehmenden Dürreperioden die Lebensgrundlage von Kleinbauern und Viehhirten. So denken auch immer mehr Senegalesen darüber nach, ihre Heimat zu verlassen in der Hoffnung auf eine bessere Existenz in Europa.
Die Arbeit von ENDA ProNat
Ziel von ENDA ProNat ist es, die Ernährungssouveränität der senegalesischen Bevölkerung wieder zu erlangen. Dazu gehört, bewährte Anbaumethoden mit neuen ökologischen Erkenntnissen zu kombinieren und so den Ertrag zu steigern. Darüber hinaus ist die Einflussnahme auf die Landwirtschafts- und Ernährungspolitik der Regierung notwendig. Landschaft und natürliche Ressourcen sollen sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich nachhaltig genutzt werden, sodass der Ressourcenschutz gewährleistet werden kann.

Bisherige Erfolge
Der Nord-Süd-Kreis unterstützt sowohl ideell als auch finanziell die Arbeit von ENDA Pronat und zusammen haben wir schon einiges bewirkt, z.B.:
- Verhinderung von Landraub durch ausländische Firmen durch die Organisation von Protesten in verschiedenen Regionen Senegals
- Information und rechtliche Beratung von Dorfgemeinschaften in ganz Senegal
- Ökologische Fortbildung von Kleinbauern in Feldschulen
- Unterstützung bei der Bildung von Genossenschaften und der Produkt-vermarktung
- Schulung von Jungbauern in nachhaltiger Landwirtschaft
- Förderung der Umwelterziehung an den Schulen in Guédé
- Neubau fester Klassenräume
- Einrichtung von Schulgärten
- Schutz der Lehrgärten vor weidenden Tieren durch Zäune oder Mauern
- Bau solarbetriebener Pumpenanlagen zur Tröpfchenbewässerung
- Wiederaufforstung von Bäumen und Sträuchern

